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Alle guten Dinge blieben 3 – Die Bundessiegerprüfung im THS.

Oder: Was man in fünf Wochen zwischen Landesverbandsmeisterschaft und Bundessiegerprüfung eben so anstellt …

Da gibt es die einen, die erstmal in den Urlaub fahren. Denn Urlaub und Wunden heilen ist wichtig. Und da gibt es die anderen, die noch an der letzten Technik feilen und das verbessern, was vielleicht auf der Landesmeisterschaft nicht optimal lief. Und dann gibt es die, die sich einfach nur freuen, dass sie sich qualifiziert haben und einer der 120 Vierkampfstarter:innen sind.

3 Teams – 3 Ziele – #KLOS – KeineLeistungOhneSpaß – einer unserer Leitsätze, die wir gern vermitteln und an die wir uns auch erinnern müssen, wenn nicht alles rund läuft. Denn weder wir noch unsere Hunde sind Maschinen, die immer funktionieren.

Und da sind wir schon beim Thema: Funktionieren: Leistungen abrufen, die der Hund kann. Leistungen von sich selbst abverlangen und über seine bisherigen Bestleistungen hinausgehen. So eine Bundessiegerprüfung ist schon etwas Einmaliges – sie ist die deutsche Meisterschaft unseres Dachverbandes, dem DVG. Wer es bis hierher geschafft hat, hat schon einige Kilometer, viele Trainingsstunden auf dem Platz und Turniere hinter sich. So auch wir: Miriam, Karen und Silvi  – genau die 3 von der Landesmeisterschaft, die mit unterschiedlichen Zielen zu diesem großen Event fuhren.

Am 23. und 24. Juli kamen gut 350 Teams aus ganz Deutschland zusammen, um Bundessieger:in im Turnierhundsport zu werden und eventuell eine Fahrkarte zur VDH DM im Oktober zu bekommen.

Allein aus unserem Hamburger Landesverband fuhren knapp 40 Starter:innen und ihre Schlachtenbummler mit. „Hamburg Power“ dröhnte es an diesem Wochenende nicht nur einmal durch das Stadion von Niederzier. Der Landesverband Hamburg ist von der Fläche her eher einer der kleineren Verbände von insgesamt 17 Landesverbänden. Auf einer Bundessiegerprüfung im Turnierhundsport aber auch der Lauteste. Denn wenn der Hamburger Norden eines kann – dann Anfeuern und zusammenhalten.  Und so fuhr die Truppe aus Hamburg am Freitag gute 500 Kilometer nach Nordrhein-Westfalen, bei muggeligen 31 Grad.  Am Samstag ging es für Miriam, Karen und Silvi in die drei Laufdisziplinen des Vierkampfes. In der Mittagszeit Kurzstreckensprints und Höchstleistung erbringen, bedarf schon einer Herausforderung. Doch wir denken an unseren Spaß – denn ohne Spaß geht Leistung nicht. Meiqu von Miriam definierte das Wort Spaß auf ihre eigene Weise und haute leider sechs Fehler und somit Strafsekunden rein. Auch bei Karen war die Verletzung von der Hamburger Meisterschaft noch nicht ganz ausgeheilt und so war das Ziel (Heil ankommen) wichtiger als Vollspeed zu geben. Im Hürdenlauf fand ihr Hund Jamo das Tempo aber zu langsam und erhielt zwei Fehlerpunkte. Doch das Schöne am Vierkampf: Er besteht aus vier Disziplinen. Schnelligkeit genügt nicht. Schnell, fehlerfrei und mit top Gehorsam, diese Drei machen die Sportart aus. So ging also auch Silvi mit ihrer Amica an den Start. Alle Läufe fehlerfrei – hört es sich arrogant an? Aber das war zu erwarten! Auch wenn am ersten Turniertag eventuell schon potentielle Sieger feststanden, wusste jeder: Im Gehorsam am Sonntag kann noch einiges passieren.

Mit schweren Beinen ging es dann für Miriam am Nachmittag im CSC erneut an den Start. Kopf frei machen, vergessen was im Vierkampf schief lief, darauf besinnen, was ihre Stärken sind. Das Stadion bebte und rief sie und ihre Mannschaft MeiBlackSunshine mit „Hamburg Power“ ins Achtelfinale am nächsten Wettkampftag.

So eine Bundessiegerprüfung ist anstrengend und schön zugleich. Morgens um 7:00 Uhr gehen die ersten Starts los und abends um 19 Uhr sind die letzten zu Ende. Leider gab es in diesem Jahr keine Möglichkeit, direkt neben dem Veranstaltungsgelände zu campen und abends gemeinsam zu feiern. Und so fuhren wir in unsere Unterkünfte und ruhten uns für den nächsten Tag aus. Der Wecker sollte wieder früh um 6:30 Uhr klingeln. Aufwachen, Krönchen richten, „abgerechnet wird zum Schluss“. Glück hat man auch, wenn andere Pech haben und so mischten sich vor allem im Starterfeld von Silvi die Karten neu. Am Ende wurde es der 10. Platz von 20 Startern. Silvi konnte mit ihrer Leistung mehr als zufrieden sein. Amica zeigte mit ihr eine wunderschöne Gehorsamsvorführung und erhielt 55 von 60 Punkten. In der Bewertung wurde im Gegensatz zu einem normalen Hausturnier ordentlich angezogen und jeder wusste wieder: Das hier ist eine Meisterschaft.

Bei Miriam und Mei lief der Gehorsamsteil leider nicht nach Plan. Es verblieben 38 Punkte. Und auch bei Karen schlichen sich Fehler ein, die sie noch nie gemacht hat. Am Ende blieben 53 Gehorsamspunkte. Karen und Miriam wissen, was in ihnen steckt und so kann auch der letzte und vorletzte Platz auf so einer Meisterschaft nur kurz von Bedeutung sein. Denn Fakt ist, zu so einer Meisterschaft schafft es nicht jede:r.

Und nicht jede:r kommt ins Achtelfinale. Genau genommen nur acht Mannschaften. Und damit sind wir schon bei einem der vielen Highlights von diesem Wochenende angekommen: Dem Achtelfinale des Combinations-Speed-Cup (CSC). Die Mannschaft mit MeiBlackSunshine wurde von Lauf zu Lauf besser und stand am Ende auf dem Treppchen. Bundessieger wurde unsere Hamburger Mannschaft aus Auetal-Wulfsen, Miriam und ihr Team wurden Drittplatzierte.

Alle guten Dinge sind 3 und so ging eine Drei-Tages-Veranstaltung mit vielen Eindrücken zu Ende.

Silvia Scholz
Obfrau für Turnierhundsport im NPV Altona

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